Eine Umrundung

Laetitia Eskens

›Signatur‹
Bildfolge auf Monitor, 25 min, Loop
Installationsansicht

Eine Umrundung
Laetitia Eskens, 2021

Die Arbeit ›Eine Umrundung‹ ist eine Annäherung an den künstlerischen Nachlass meines Onkels Andreas Eskens und entstand insbesondere auf Grundlange von Buntstiftzeichnungen aus den 90er und frühen 2000er Jahren. Andreas war Autodidakt und als junger Erwachsener aktiver und wahrgenommener Teil der Kölner Kunst- und Partyszene. Er erkrankte früh an Schizophrenie und lebte die längste Zeit seines Lebens betreut, bewahrte sich jedoch seine Identifikation mit dem Underground und eine künstlerische Praxis. Möglichkeiten seine Arbeiten auszustellen fand er selten und wenn, dann innerhalb der Rahmung als ›Outsider‹ oder ›Handicap Art‹, was er eigentlich gerade nicht wollte. In meiner Umsetzung suche ich den Dialog mit seiner Arbeit und gehe von dem aus, was mir in den Zeichnungen begegnet, ich greife Formen und Motive heraus, trage sie vom Blatt in den Raum und mache sie zum Gegenüber, mit eigenem Beat.

Kern der Arbeit sind zwei projizierte Videoanimationen, eine quer- und eine hochformatige, die gemeinsam gezeigt werden. In den Animationen durchlaufen die Formen oder Kompositionen einmal den Farbkreis und geraten so, scheinbar, in Bewegung. Beide Videos folgen dabei einem eigenen Rhythmus, sind jeweils farb- und lichtintensiv und wirken beständig auf Raum, Atmosphäre und Wahrnehmung.

Der Videoinstallation vorangestellt ist eine Bildfolge von fünfzig digitalisierten Signaturen. Es handelt sich um Entwürfe und Erprobungen von Unterschriften und Künstlernamen. Insgesamt sechs Namensvarianten werden wiederholt, wobei sich die Häufigkeit des Gebrauchs unterscheidet ohne, dass eine Festlegung passiert.